Bilddetails farblich hervorheben

Pierre Vlček

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Diese einfache Methode, auf wichtige Motivbestandteile hinzuweisen, ist dank GIMP eine Sache weniger Mausbewegungen.

Schritt #1:
Du trimmst das Foto auf brauchbare Maße – in diesem Fall auf eine Breite von 450 Pixeln – und erhöhst die Bildhelligkeit. Der Übersichtlichkeit wegen ist es manchmal von Nutzen, wenn du Farb- in Schwarzweißbilder umwandelst.

Das ist keine Elikon 3

Schritt #2:
Du erzeugst eine transparente Bildebene, mit der du das Foto im wahrsten Sinne des Wortes überlagerst. Im Englischen nennt sich dieser Ebenenmodus Overlay. Er bewirkt, dass die ‘überlegene’ Ebene die Fotografie verfärbt.

zweifarbige Markierung

Schritt #3:
Nachdem du eine auffallende Farbe gewählt hast, benutzt du den Pinsel und überpinselst die wichtigen Details. Malst du daneben, radierst du es weg. Und achte darauf, dass du die neue Ebene bemalst und nicht die Fotografie.

zweifarbige Markierung

Stimmen die Auswahl und der Ebenenmodus, so hat der Farbauftrag keine Zensur zur Folge, sondern erzeugt die gewünschte Farbwirkung:

Elikon 3 mit farblich hervorgehobenem Objektiv und Auslöser
Auslöser (rot) und Objektiv (blau) einer "Elikon 3"-Kleinbildkamera.

Falls dir die Farben nicht zusagen, kannst du sie leicht ändern. Entweder auf die harte Tour mit dem Füllwerkzeug (dem ‘Farbeimer’), oder etwas gesitteter unter Zuhilfenahme von Farbbalance, Kurvenwerkzeug und anderer Schieberegler.

Wann du (nicht) nachcolorieren solltest

Im großen Stil eingesetzt wurde die Kombination aus Entfärben und Nachcoloration in den Hollywoodfilmen Schindlers Liste (1993) und Pleasantville (1998). Wobei sie meines Erachtens nur bei Pleasantville handlungsrelevant ist und nicht allein dazu dient, die Emotionen des Publikums zu verstärken.

Überhaupt ist die Gefahr groß, dass gute Bilder in Kitsch abkippen, sobald du dich dieses Stilmittels bedienst; etwa, wenn du Hochzeitfotos mit knallroten Rosen oder ähnlichen Spielereien aufzupolieren versuchst.

Aber diese Gefahr besteht bei so ziemlich allen Techniken der Bildbearbeitung und lässt sich nur durch Übung und Hinterfragen verringern.

Frage dich also stets, was der Effekt bewirken soll. Heisst die einzige Antwort »Weil ich’s kann«, dann lass es lieber bleiben. Eine Fotografie ist schließlich kein Ausmalbild.

Recoloriertes Puppenportrait

Veröffentlicht am 1. Februar 2009

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Artikel / Webseiten die auf diesen Beitrag verweisen

  1. Die fünf Arten des Auslösens
  2. Gezieltes Nachdunkeln und Aufhellen bestimmter Bildbereiche

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