Bildbearbeitung am iPad – Was geht, was geht nicht?
Foto von FalkPhotoDesign
Als Anfang 2010 das iPad von Apple angekündigt wurde, war eine meiner ersten Vermutungen: “Das Teil hat enormes Potential in Sachen Fotobearbeitung und Präsentation”. Inzwischen konnte ich erste Erfahrungen sammeln die ich hier gerne teilen möchte.
Erwartungen an das iPad
Trotz der anfänglichen iPad Begeisterung, sind meine Erwartungen an Foto-Apps für das iPad bescheiden. Richtige Nachbearbeitung, wie man sie von Lightroom, Aperture oder anderer RAW-Verarbeiter kennt, wird noch eine Zeit lang an leistungsstarke Computer und Notebooks gebunden sein.
Mir schwebte eher “leichte” Bearbeitung vor: Ein bisschen Farben optimieren, Größe zuschneiden für die Weiterverwendung von Fotos oder einfach nur ein paar Effekte.
Erste Erfahrungen
Was geht
Mit dem iPad kann man seine Fotos auf beeindruckende Art betrachten und präsentieren. Nie war es leichter 100+ Bilder mal eben so über den Tisch zu reichen. Oft wollen die Zuschauer bestimmte Bildteile größer sehen: am Laptop noch Fummelei, glänzen hier die Spreiz- und Kneifgesten des Multitouch-Bildschirms. Vorbei sind auch die Zeiten wo sich die Familie hinter einem Notebookbildschirm versammeln musste. Das iPad wird einfach von Person zu Person gereicht.
Das separat erhältliche Kammera-Connection-Kit ermöglicht es relativ einfach Bilder ohne PC auf das iPad zu kopieren. Ärgerlich ist hierbei, dass nur Fotos innerhalb eines DCIM-Ordners erkannt werden. Bilder im Hauptverzeichnis der Speicherkarte werden nicht erkannt. Viel mehr Dateiformate wären außerdem wünschenswert. Hier wird hoffentlich noch nachgebessert.

Foto von David Reber’s Hammer Photography
Fotobearbeitung per Software, hier App genannt, geht bisher nur auf sehr einfache Weise. Ein paar Lichteffekte hier, ein bisschen Gesicht verzerren da. Auch was Adobe mit seiner Photoshop Express App vorgelegt hat, bietet noch nicht viel mehr als ein paar einstellbare Bildeffekte. Hier ist noch viel Platz für Innovation.
Was geht nicht
Professionelle Verarbeitung und Verwaltung größerer Fotomengen geht definitiv noch nicht. Die Software wird sicher irgendwann so weit sein, nur bleibt zu hoffen das die Dateiverwaltung bis dahin verbessert wird.
Aktuell werden beim Synchronisieren von Fotos über iTunes, die Bilder in eine iPad-gerechte Größe runtergerechnet. Das spart Speicherplatz, nützt einem aber nichts wenn man an den Originalbildern arbeiten möchte.
Aufwendige Fotobearbeitung und Retusche ist ebenfalls noch nicht möglich. Aber auch hier liegt es nur an fehlender Software. Die üblichen Konzepte mit großen Werkzeugleisten, Pinselspitzen und Ebenen waren immer auf Mausbedienung ausgelegt, touch-freundliche Bedienoberflächen für komplexe Aufgaben sind gerade erst am entstehen.

Foto von Lance Shields
Betrachtet man nur die Hardware des iPad, fällt der geringe Arbeitsspeicher von nur 256 MB auf. Auch das dürfte die App-Entwickler noch etwas einschränken.
Fazit – Taugt das iPad jetzt schon zur Bearbeitung?
Ich bleibe bei meiner Ausgangsmeinung: Fotobearbeitung auf Tablet-Computern hat großes Potential. Im laufe der Jahre werden die Geräte leistungsstärker und die Software ausgereifter. Am wichtigsten erscheint mir die Bedienung der Apps. Und hier liegt auch die Herausforderung für die Entwickler: Touch ist gerade erst frisch geschlüpft. Alte Gewohnheiten von PC-Software können nicht 1:1 übernommen werden.
Das iPad mit seiner großen Software-Auswahl ist noch ein buntes Spielfeld, auf dem viel ausprobiert wird. Für vernünftige Fotobearbeitung ist es jetzt noch nicht geeignet.
Apple legt aber bekanntlich ein wahnsinniges Tempo in Sachen Fortschritt vor. Ähnlich wie beim iPhone ist auch beim iPad zu erwarten, dass es jedes Jahr eine weiterentwickelte Generation geben wird.
Es ist also nur eine Frage der Zeit bist die Hardware nachgelegt und die Software weiterentwickelt wird. Ich bleib auf dem Laufenden und werde über spannende Neuerungen auf diesem Gebiet berichten.
Ließ weiter Wofür ist das iPad zu gebrauchen? Erste Erfahrungen. in unserem Schwesterblog tablet-guide.de. Dort erfährst du meine weiteren Erfahrungen mit dem iPad über den Aspekt “Fotografie” hinaus.
Was sind deine Erfahrungen mit dem iPad und Foto-Apps? Oder was wünscht du dir in Zukunft von Tablet Computern?