Kariert, Freunde! Eine Anleitung zur Fotoverfremdung
Die von GIMP und anderen Grafikprogrammen angebotene Funktion des Verpixelns taugt nicht allein zum Zensieren bestimmter Bilddetails, sondern ebenfalls dazu, Digitalfotografien kunstvoll nachzubearbeiten.
Und bevor jemand fragt: Die brauchbarste Erklärung für den Nutzen dieser Art der Bildbearbeitung ist "Keine Ahnung, aber es sieht gut aus."
Beginnen wir mit dem Anfang:
1.) Bild öffnen
Nichts ist einfacher, als das. Vorausgesetzt natürlich, du verfügst über Grafikprogramm und Bilddatei. Zum Beispiel über GIMP und dieses Foto:
2.) Bild(ebene) duplizieren
Für unser Beispiel genügen zwei Kopien des Bildes, die das Original überlagern. Und da das Beispiel recht unkomplex ist, benötigen die Kopien keine aussagekräftigeren Namen als die vom Programm vorgegebenen.
Die Ebenenliste zeigt diesen Stapel Kopien so an, wie sie auch im ‘echten Leben’ übereinanderliegen würden. Und die farbig markierte Ebene ist die derzeit bearbeitbare, nicht jedoch zwingend diejenige, die du vor dir siehst. Das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied und typischer Auslöser für Flüchtigkeitsfehler.
3.) Projekt (zwischen)speichern
Die Vorbereitungen enden damit, dass du das begonnene Projekt tatsächlich als Projekt zwischenspeicherst (und nicht etwa als *.jpg oder so). Nur für den Fall, dass dein Rechner unerwartet in die Knie geht bei der nun anstehenden Pixelei.
4.) Die erste Bildebenenkopie
Background copy#1 wird mit einem Mausklick auf das ‘Auge’-Symbol unsichtbar gemacht, damit der Blick frei wird auf ihre Zwillingsebene. Um diese optimal zu bearbeiten, solltest du die Maße der Bilddatei kennen.
Mein Beispiel ist so hoch wie breit: Genau 400 Pixel. Also habe ich mich entschieden, dass die Mosaiksteinchen zwanzig Quadratpixel groß werden sollen.
Einen Klick auf Okay und wenige Augenblicke Rechenzeit später ist das Motiv nicht mehr wiederzuerkennen:
Nun kommt eine ebenso wichtige Funktion des Grafikprogrammes zum Zug: Der auswählbare Ebenenmodus. Denn anders, als das bei einem richtigen Stapel Fotografien möglich ist, kann man digitale Bildebenen auf unterschiedlichste Arten zueinander in Beziehung setzen.
Während die Einstellung Normal bedeutet, dass sich zwei Ebenen bedecken, macht die für die eben bearbeitete Ebene ausgewählte Einstellung Soft Light (Weiches Licht) die verpixelte Kopie auf eine Weise durchscheinend, die mehr ist als die Transparenz einer Glasfläche:
Hier könnte das Turorial bereits enden, wäre da nicht …
5.) die zweite Ebenenkopie
…, welche die gleichen Arbeitsschritte durchläuft. Mit dem Unterschied, dass diese Ebene vor dem Verpixeln um 45° im Uhrzeigersinn rotiert …
… und nach dem Verpixeln …
… um 45° zurückgedreht wird. Außerdem habe ich sie nicht auf Soft Light eingestellt, sondern auf Overlay (Überlagern), sowie auf eine Deckkraft von 60,5 Prozent.
Ein letztes Mal abspeichern. Fertig.
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PS – Eine ausführliche Übersicht über (GIMP)-Ebenenmodi gibt es auf GIMP.org:
http://docs.gimp.org/de/gimp-concepts-layer-modes.html
Veröffentlicht am 31. Juli 2008
Stichworte: Ebenenmodi • Gimp • verpixelt







