ShiftN und die stürzenden Linien
… ist freie Software, die jene perspektivischen Verzerrungen korrigiert, welche immer dann entstehen, wenn du beispielsweise Gebäude aus relativ nächster Nähe fotografieren willst und dazu schräg nach oben zielst.
Es ist die digitale Entsprechung zum Anwinkeln des Fotopapiers während der analogen Bildvergrößerung bzw. zum Einsatz von TS-Objektiven.
So etwa verschiebt Markus Hebels ShiftN die Nachtaufnahme der Hochhäuser am Wiener Platz in Dresden …

… zu einem Resultat, bei dem die veränderte Linienführung besonders am rechten Bildrand auffällt:

Du solltest dir jedoch stets vorher überlegen, ob das Entzerren einer Fotografie Sinn ergibt.

Und abgesehen davon: ShiftN rattert zwar keine sture Routine ab, sondern lässt dir die Möglichkeit, falsch erkannte Linien zu markieren (grün = relevant) …

… doch es ist nicht allmächtig. – Zumal das softwaregestützte Entzerren von Digitalfotos sowieso drei entscheidende Nachteile hat:
1.) Aus allzu stark verzerrtem Ausgangsmaterial erzeugt ShiftN Bilder, welche unbrauchbar sind, weil sie keine gängigen Bildmaße aufweisen.

2.) Beim Entzerren und Zurechtschneiden gehen Bildinformationen verloren. Deshalb ist diese Methode dem Einsatz von Spezialobjektiven oder verschwenkbaren Balgengeräten klar unterlegen.
3.) ShiftN braucht Linien, um arbeiten zu können. Diese lassen sich jedoch nicht frei bestimmen, sondern können höchstens ‘abgewählt’ werden. Im Zweifelsfall fällt das Programm auf Baumgeäst, kippelige Bauzäune und andere vermeintliche Richtungsweiser herein.
Hinzu kommt, dass du hochkantene Bilder zuerst rotieren und neu speichern musst, bevor ShiftN seine Magie entfalten kann. Es ist nämlich einzig dazu in der Lage, stürzende Linien zu begradigen.
Und dennoch: ShiftN gehört bereits seit Jahren sozusagen zu meiner Software-Stammbelegschaft. Vor allem, weil es dank WINE auch auf meinem Ubuntu-Rechner anstandslos seinen Dienst tut und mir die Alternative zu unbequem ist.
Veröffentlicht am 29. März 2009
Stichworte: freeware • Nachbearbeitung • Perspektive









Lolomani
12. April 2009Dass ist das was ich schon lange gesucht habe – endlich Perspektiven ausgleichen
Danke