digitalkamera-guide

Ausblick in die Zukunft der digitalen Fotografie

Heute wage ich einen weiten Blick in die Zukunft der digitalen Fotografie. Was wird möglich sein und wie können wir davon profitieren? Das uns nicht nur immer größere Megapixelwerte beglücken werden sondern hoch entwickelte, intelligente Assistenten, ist schon jetzt abzusehen.

Um es kurz zu machen: Ich vermute das sich die Entwicklung von Digitalkameras in drei entscheidende Richtungen bewegen wird.

  • Individualisierung
  • Interne Nachbearbeitung
  • Technische Verbesserung

Ausblick 1 – Individualisierung

Schon heute ist der Trend zur Individualisierung überall zu sehen. Handys, Spielekonsolen und nun auch Fernseher lassen sich ganz nach den Wünschen des Benutzers mit kleinen Programmen, Kanälen und Widgets bestücken. Dadurch potenzieren sich die Möglichkeiten diese Geräte zu nutzen. Das Handy wird zum interaktiven Einkaufszettel, der Fernseher spielt ausgewählte YouTube Kanäle und die Digitalkamera?

Die Digitalkamera wird sicher auch bald die Installation kleiner Programme und Tools erlauben. Ich gehe sogar noch weiter und prophezeie, dass sich die Kamera auf ihren Benutzer einstellt, seine Vorlieben zu bestimmten Einstellungen und Vorgehensweisen analysiert und darauf abgestimmte Einstellungen empfiehlt. Immer passend zur aktuellen Aufnahmesituation versteht sich.

Sobald du als Fotograf dein Auge an den Sucher drückst, erkennt dich die Kamera und lädt das dazugehörige Benutzerprofil. Alles spielt sich rasend schnell und von dir unbemerkt im Hintergrund ab.

Ausblick 2 – Nachbearbeitung in der Kamera

Diese These ist bereits jetzt abzusehen. Immer mehr Nachbearbeitungsschritte finden bereits in der Kamera statt. Beispiele sind hier die eingebaute HDR-Funktion, Panoramabilder auf Knopfdruck und die Auswahl des besten Bildausschnitts.

Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Wenn man allein den technischen Fortschritt bei Smartphones der letzten 10 Jahre verfolgt, dann lässt das ahnen was auch in digitalen Kameras bald möglich sein wird. Bildbearbeitung mit Touchscreen, Stapelverarbeitung vieler Aufnahmen, Synchronisierung der Fotos in diverse Internet-Communitys und auf Devices aller Art (Computer, Handy, iPad). Alles direkt aus der Kamera heraus.

Das umständliche Hantieren mit Speicherkarten wird überflüssig, denn eingebaute Flash-Speicher sind schneller und bald auch in hohen Gigabytes günstig verfügbar. Denkbar wäre eine integrierte SSD (Solid State Disk).

Funkübertragung ermöglicht das kabellose verschicken der Fotos auf alle denkbaren Geräte. Vielleicht ja auch direkt an deine raumhohe Fototapete, die dann dein Zimmer mit tollen Schnappschüssen des Tages beleuchtet.

Schon heute Möglich: Eingebautes GPS versieht die geknipsten Fotos mit der aktuellen Position auf der Erde. Wie Joachim in einem Kommentar erklärt, kann man sich zum Beispiel mit Picasa Fotos auf dem Rechner in GoogleEarth anzeigen lassen. Die Bilder werden dann bis auf einige Meter Genauigkeit an dem Ort dargestellt, wo sie aufgenommen wurden. Endlich werden Urlaubsfotoabende spannender.

Kurz: Jede einzelne Kamera wird zum Minicomputer, eine gesonderte Bildbearbeitung an einem PC ist vielleicht nur noch bei Profis nötig. Hobbyfotografen brauchen nie wieder ein Bildbearbeitungsprogramm anrühren. Schon heute gibt es eine mobile Version von Adobe Photoshop für das Handy, warum eigentlich noch nicht direkt für die Kamera?

Ausblick 3 – Bessere Unterstützung beim Fotografieren

Wie Gesichtserkennung und eingebaute Lächel-Auslöseautomatik bereits andeuten, wird der Fotograf aktiv unterstützt. Im Idealfall sollte die Technik den Fotografen mehr Konzentration auf das Motiv ermöglichen.

Durch Lage- und Neigungssensoren, ähnlich Derer im iPhone und iPad, könnte die Kamera immer ein perfekt ausgerichtetes Bild garantieren. Wie weiter oben schon erwähnt, lernt die Kamera mit Ihrem Benutzer, merkt sich häufige Einstellungen und weiß immer welche Anforderungen die aktuelle Situation hat.

Zum Schluss

Und nun beende ich meine kleine Zukunftsspinnerei. Ich denke ein Punkt müsste klar geworden sein: Die aktuelle Kameratechnik ist noch lange nicht ausgereift. Heute noch undenkbare Features und Standards werden uns in einigen Jahren beglücken und wir werden lächelnd an die alten Zeiten der Speicherkarten und umständlich bedienbaren Bildbearbeitungssoftware denken.

Ob Hobby- oder Profifotograf, die Zukunft der digitalen Fotografie lässt uns viel mehr in Möglichkeiten als in Problemen denken. Und trotz all dem technischen Wunderwerk: Augenmaß, Gefühl für den richtigen Moment und Intuition des Menschen kann niemals von Technologie ersetzt werden. Es gibt also keinen Grund Fotoblogs in Zukunft zu meiden. 😉 Dazu passend sind Martin Gommels 10 Thesen zur Zukunft der Fotografie.

Wie siehst du die Zukunft von Digitalkameras und welche Funktionen wünschst du dir? Schreib doch einen Kommentar.

Veröffentlicht am 11. Mai 2010 Stichworte:

3 Kommentare

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  1. Michael (R.)

    … wie haben die das früher nur geschafft zu fotografieren, als nur Blende und Zeit einstellbar waren…
    Klartext: Und wer braucht den Quatsch allen?

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    • Christian Schulze

      Gute Frage. Ich denke mal die meisten Features werden eher für die Zielgruppe „Hobbyfotograf“ entwickelt. Immerhin muss man als Hersteller jedes Jahr mit neuen Extras auftrumpfen um sich von der Konkurrenz abzuheben.

      Profifotografen haben da sicher weniger Verständnis und legen mehr Wert auf „Extras“ wie Farbtreue, Lichtdurchsatz, Rauschen bei hohen ISO-Werten und so weiter. Aber auch bei High-End Kameras werden mehr und mehr neue Features Einzug halten. Denn auch Profis wollen Ihre Fotos mit Geotags versehen wissen.

      Antworten
  2. Monika

    Ich denke auch, dass der Trend dahin geht, Schnappschüsse zu optimieren und es Hobbyfotografen zu erleichtern, mit möglichst wenigen Einstellungen möglichst optimale Bildergebnisse zu bekommen.

    Bei der neuen Lichtfeldkamera, die demnächst auf den Markt kommen soll, kann man anscheinend auch erst nachträglich scharf stellen. Heißt: drauf halten und abdrücken. Den Rest erledigt man später am Computer.

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