Die fünf Arten des Auslösens

Pierre Vlček

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Eine kleine Übersicht über Nutzen und Grenzen der kamerainternen Auslösemodi.

Einzelbild

Eigentlich ist dieser Modus ein Relikt aus den Tagen der Analogfotografie. Schließlich geht es im Digitalzeitalter nicht mehr ins Geld, binnen weniger Sekunden gleich mehrere Aufnahmen zu schießen.

Trotzdem fotografiere ich größtenteils Einzelbilder, weil dies Datenmüll vermeidet. Nach einer Fotoexkursion wähle ich lieber die beste von drei voneinander unterscheidbaren Aufnahmen pro Motiv aus, als eine von zwanzig, welche allesamt noch auf den dritten Blick gleich aussehen.

Aber ich bin ja auch kein Modefotograf oder Kriegsberichterstatter.

Reihenaufnahme

Powershot A640: Auslösemodus Reihenaufnahme

Empfehlenswert ist diese Einstellung, wenn kaum Zeit zum Reagieren ist. Theoretisch schießt der Fotoapparat in diesem Modus nämlich solange Bilder, wie der Auslöser durchgedrückt bleibt.

Größe und Schreibgeschwindigkeit der verwendeten Speichermedien setzen jedoch Obergrenzen. Zwar wäre es möglich, Format und Kompression der Bilddaten zu verkleinern. Aber wer fotografiert schon mit geringerer als der maximal möglichen Qualität?

Die Kamera übernimmt sämtliche Einstellungen, die sie beim Druck auf den Auslöser vorfindet. Sie bestimmt also beispielsweise nicht für jedes Bild erneut die idealen Belichtungszeiten und Schärfebereiche. Mit dem Ergebnis, dass manchmal nur die erste Aufnahme was wird und alle Sicherheitsschüsse ins Leere gehen.

Aufnahmeverzögerung

Powershot A640: Auslösemodus 10 Sekunden Auslöseverzögerung
Wie der Name bereits andeutet, lässt sich eine so eingestellte Kamera nach dem Druck auf den Auslöser [n] Sekunden Zeit, bis sie Licht in Daten umwandelt.

Das ist sinnvoll, falls Fotografen selbst auch mit auf’s Familienfoto möchten. Auch hilft solch eine Verzögerung dabei, jene Bewegungsunschärfen zu vermeiden, die bei längeren Belichtungszeiten durch den Druck auf den Auslöser entstehen.

Die bekanntesten Alternativen zur Aufnahmeverzögerung heißen Draht- bzw. Fernauslöser. Es gibt jedoch auch kabellose Varianten, die auf Bewegung oder Schall reagieren und beispielsweise in der Tierfotografie eingesetzt werden.

Custom Timer

Powershot A640: custom timer

Der custom timer ermöglicht es, die Anzahl der zu schießenden Bilder sowie die Dauer der Auslöseverzögerung voreinzustellen.

Je nach Kameramodell gelten andere Grenzwerte. Meine PowerShot A640 etwa erlaubt – zumindest offiziell – maximal zehn Fotos hintereinander und einen Countdown von dreißig Sekunden.

Belichtungsreihenautomatik | Auto Exposure Bracketing

EOS 350D: Belichtungsreihenautomatik

Dieses Kamera-Feature wiederum dient dazu, schnell hintereinander drei Aufnahmen zu schießen. Eine normal belichtete und jeweils eine über- sowie unterbelichtete Version. Bei Filmkameras schützt diese Funktion vor Belichtungsfehlern; eines der Bilder ist sicherlich hell genug.

Bei Digitalkameras wie der EOS 350D hingegen liefern die drei Fotografien das Rohmaterial für Lichtbilder mit erhöhtem Helligkeitsumfang. Doch diese digitalen Fotomontagen gelingen nur, wenn Kamera und Motiv während der Reihenbelichtung unbewegt bleiben.

Anhang: Das Auswahlmenü der PowerShot A640

…, über das unter anderem auch die Reaktion der Kamera beim Druck auf den Auslöser festgelegt wird.

Powershot A640: Auslösemodus Einzelbild

Der orange markierte Button heisst FUNC. SET und öffnet das Auswahlfenster. Der grün eingefärbte Menübutton ist wichtig für die Einstellung custom timer. Und die rötlich unterlegten Symbole auf dem Bildschirm zeigen, dass die Kamera Einzelbilder fotografieren wird.

Veröffentlicht am 7. Februar 2009

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