Kleinkinder fotografieren
… ist das Normalste von der Welt. Zumindest für deren Eltern und Verwandte. Schließlich soll der Nachwuchs später sehen können, wo er herumkletterte, in welchen Büchern er blätterte und auf welchem Spielplatz er Sand aß.
Hier nun also einige Tipps und Tricks zum Fotografieren und der Bildgestaltung für Portraits all jener kleinen Kinder, die bereits stehen und rennen können.
Erst das Kind und dann das Fotoshooting!
Dieser Punkt ist hoffentlich selbsterklärend. Unterschätz’ dein Kind nicht, aber setze auch nicht eines dummen Fotos wegen dessen Unversehrtheit aufs Spiel.
Die ideale Fotoausrüstung
… gibt es nicht. Es eignet sich so ziemlich jeder (digitale) Fotoapparat. Obwohl es auch hier Unterschiede gibt. Das schlummernde Kind etwa solltest du nicht unbedingt aus nächster Nähe mit dem Spiegelreflex-Klacken behelligen, sondern ihm lieber mit einer komplett stummgeschalteten Kompaktdigitalkamera zu Leibe rücken.
Auch ist es besser, größere Brennweiten einzusetzen. Jedes Objektiv ab fünfzig Millimetern Brennweite ist geeignet, weitwinklige Portraitaufnahmen (z.B. mit 28mm oder 35mm Brennweite) hingegen liefern seltsame Ergebnisse.
Die richtigen Kamera-Einstellungen
Die zu wählenden Belichtungszeiten und Blendenöffnungen hängen davon ab, wie munter oder flink dein/das Kind gerade ist. Nutze lieber einen höheren ISO-Wert und eine kurze Belichtungszeit. Es schadet übrigens nichts, wenn ein wenig Bewegungsunschärfe erhalten bleibt. Das gibt deinen Fotografien Dynamik.

Die kleine Blendenöffnung ist immer dann wichtig, wenn zwischen Kind und Kamera weniger als drei Meter Abstand sind oder aber ein Teleobjektiv zum Einsatz kommt. In solchen Fällen passiert es nämlich leicht, dass dir das Kind aus dem Schärfebereich heraushuscht.
Autofokus macht sich besser, ist aber kein Muss. (Sein größter Vorteil: Man hat eine Hand frei.) Ob das Feature Gesichtserkennung etwas bringt, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht willst du uns ja deine Erfahrungen berichten.
Motive finden und beeinflussen
Erst durch Unterschiede zwischen den einzelnen Bildelementen entstehen interessante Fotografien. Diese Unterschiedlichkeit kannst du unter anderem dadurch erzeugen, dass du die Bekleidung deines Kindes entgegengesetzt zur erwartenden Farbigkeit in Wald, Flur oder Sandkasten auswählst.

Die Schnappschüsse von heute könnten die peinlichen Familienfotos von morgen sein. Achte nicht allein aufs Kind, sondern ebenso auf anderen Dinge, die außer ihm im Bild sind. Und entferne sie, falls sie stören; egal, ob mit bloßen Händen, per Veränderung des Aufnahmewinkels oder später im Bildbearbeitungsprogramm.
Ach ja: Bilder von Stillen und Nacktheit gehören dazu. Es ist weitaus normaler, wenn du solche Aufnahmen mit im Familienalbum kleben hast, als wenn du sie in einem gesonderten Schächtelchen aufbewahrst.
Arbeitsabstand
Die besten Kinderbilder sind jene, auf denen die Kleinen (miteinander) spielen. Und das gelingt ihnen nur schwerlich, wenn ein fotografierender Erwachsener mit ihnen in der Bretterbude hockt. Auch deshalb rate ich zur Verwendung von Zoom- bzw. Teleobjektiven.
Sicherheitsabstand
Kleinkinder sind neugierig und wollen alles ganz genau wissen, ohne wirklich darauf zu achten, ob die Ausrüstung das überlebt.
Wenn das Kind aufs Display schauen möchte, erfüllst du diesen Wunsch. Was macht das schon? Sache der persönlichen Nervenstärke hingegen ist, ob du zulässt, dass die Kamera herumgetragen wird.
(PROTIP: Wenn du, der Perspektive wegen rücklings auf der Erde liegend, das an der Kamera interessierte Kind auf Portraitaufnahmen-Abstand hälst, solltest du vermeiden, die eigenen Füße mitzufotografieren.)
Fazit
Ein eigenes Kind ist eine prima Entschuldigung für’s Jungbleiben. So etwa darf man origineller Blickwinkel wegen auf Klettergerüste klettern oder sich auf den Boden legen, ohne gleich aus der Gesellschaft ausgestoßen zu werden. Versucht das mal ohne Kind und/oder Fotoapparat.
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PS: Besten Dank an Martin Gommel, dessen Beitrag "Ich fotografiere mein Kind" mich daran erinnert hat, meine Erfahrungen als fotografierender Elternteil mal in Schriftform zu bringen.
Veröffentlicht am 14. Juni 2009








Hanna
12. August 2009Toller Artikel! Vielen Dank für die Hinweise!
LG Hanna