Motive gleichmäßig ausleuchten
Während simpler Blitzlichtaufnahmen bleibt der Digitalkamera kaum Zeit, den Hintergrund abzubilden. Sobald wiederum lange Belichtungszeiten im Schatten liegende Objekte sichtbar machen, kochen andere Bildteile über. Und manchmal reichen die vorhandenen Lichtquellen einfach nicht aus.

Gegen das drittgenannte Problem hilft dir die Kombination mehrerer Fotografien per Grafikprogramm – das sogenannte Dynamic Range Increase. Weniger drastischen Helligkeitsunterschieden hingegen kannst du bereits während des Fotografierens mit Methoden entgegenwirken, die etliche Jahrzehnte älter sind als Heimcomputer.
Erste Methode: Nutze Sonnenstand und Bewölkung aus
Sobald der Himmel bedeckt ist, verschwinden die krassen Helligkeitsunterschiede zwischen Licht- und Schattenbereichen, und längere Belichtungszeiten führen nicht mehr sofort zur Überbelichtung hellerer Bildteile.

Willst du nicht auf Wolken warten, solltest du nur Motive fotografieren, die gerade ‘beschattet’ sind und in denen sich keine sonnenbeschienenen Objekte spiegeln.
Zweite Methode: Verwende das Blitzlicht
Wenn der Vordergrund dunkel ist, während alles dahinter in vollem Lichterglanz erstrahlt, wendest du den Aufhellblitz an. Bereits mit dem kamerainternen Blitzlicht gelingen dir mit etwas Übung schöne Bilder, die mehr sind als Schattenrisse.
Kocht der Vordergrund über, ist die Kamera zu nah dran. In diesem Fall drehst du die Blitzleistung herunter. Wenn das nicht hilft, muss du dich den Abstand zum Motiv vergrößern und heranzoomen. (Achtung: Dadurch ändert sich die Tiefenwirkung des Bildes!) Ist der Blitzschlag hingegen ‘nur’ unnatürlich grell, zerstreust du ihn.
Kombinierst du lange Belichtungszeit und Blitzlicht, wird der Vordergrund wird durch den Blitz erhellt und der Hintergrund von der Belichtungszeit, während deine Handbewegungen beide Bildebenen verwirbeln.

Dritte Methode: Bediene dich reflektierender Stoffe
Wie ihr Name bereits sagt, erzeugen sogenannte Reflektoren kein eigenes Licht, sondern werfen das der vorhandenen Lichtquellen zurück. Farbneutrale Flächen übernehmen die natürliche Farb- und Lichtstimmung der Umgebung und farbige verfälschen das Ergebnis. (Was nicht unbedingt schlecht ist.)
Eigentlich benötigst du keine Profi-Reflektoren. Styroporplatten, auf Lattenquadrate gespannte Kissenbezüge, weiße Hauswände und ähnliche Behelfsreflektoren tun die gleiche Arbeit und kosten wenig. So etwa diente für das Portrait rechts im Bild ein Zeichenblock als passive Lichtquelle:
Trotzdem ist der Kauf zumindest eines ‘echten’ Reflektors kein rausgeworfenes Geld. Diesen kannst du nämlich im Gegensatz zu Styroporplatten auf handliche Größen zusammenfalten. Außerdem macht so ein wagenradgroßes Helferchen weitaus mehr her als ein mit Silberfolie beklebter Pappkarton.
Und apropos Wagenrad: Da größere Motive größere Reflektoren erfordern, wird es dir mit jedem benötigten Quadratzentimeter schwerer fallen, bei der Lichtgestaltung auf AssistentInnen zu verzichten.