Motive und Ausrüstung

Pierre Vlček

Zuerst einmal gilt der Grundsatz, lieber einen Fotoapparat im Handgepäck zu haben als nur einen Kugelschreiber. Versteht sich von selbst, dass der Apparat mit vollen Akkus bestückt ist und seine Speicherkarte so leer wie möglich. (Am besten holst du die Bilder nach jeder Fototour von den Karten, statt sie über Wochen anzusammeln.)

Insgesamt wählst du Kamera und Zubehör nach dem zu erwartenden Motiv aus. Alles spielt hinein: Abstand, Fluchtdistanz und Geschwindigkeit des Motives, Lichtverhältnisse und so weiter. Nicht jede Brenweite oder Verschlusszeit eignet sich für jeden Zweck und manchmal sind natürliche Lichtquellen einfach zu dunkel für Aufnahmen ohne Stativ oder Blitz(e).

Ein weiteres – vielleicht sogar das wichtigste – Kriterium bei der Wahl der Ausrüstung ist die Seltenheit des Motives. Wenn du mehr willst, als verhuschte »Ich war dabei«-Handyfotos, solltest du dir ein dem Anlass gerechtes Fotoequipment ausleihen. Oder gleich (befreundete Semi-)Profis beauftragen, deren Bilderausbeute sicherlich hochwertiger sein wird, weil sie sich mit ihrer Ausrüstung bereits auskennen.

Motivsuche

Der Unterschied zwischen einem Stadtbummel und einem Stadtbummel mit Digitalkamera besteht darin, dass im zweiten Fall stets der Auslöser lockt. Nur: Geht deine Welt unter, wenn du etwas nicht fotografierst bzw. nicht gleich, sondern später mal irgendwann oder nie?

Ob ein Motiv des Fotografierens würdig ist, ist allein deine Sache. Zudem ist es, zugegeben, schwerer, kreativ zu sein, als darüber zu lesen. Aber du solltest dir zumindest sicher sein, dass du etwas nicht allein deshalb so und nicht anders fotografierst, weil das jedermensch so macht.

Selbstbeherrschung

Seit meine Kompaktdigitale ihren Geist aufgegeben hat, bin ich wieder häufiger ‘unbestückt’ unterwegs, denn die EOS ist mir zu unhandlich, um sie wirklich jedes Mal mitzunehmen.

Andererseits fotografiere ich auch wieder analog mit einer batterielosen, plastenen Schnappschusskamera. Filme entwickeln lassen ist tatsächlich vergleichbar mit dem Auspacken von Geschenken. Hierbei muss ich mich jedoch ebenfalls beherrschen, weil Filmmaterial und -entwicklung weitaus teurer ist als der digital workflow am Heimrechner.

Was ich nicht gedacht hätte: Die Umgewöhnung fiel leicht. Und dass, obwohl es zu Beginn ein komisches Gefühl war, ohne Digiknippse unterwegs zu sein und ich mich noch immer manchmal darüber ärgere, gewisse Anblicke nicht ablichten zu können.

Doch diese Momente sind selten. Die meisten unfotografierten Motive rennen nicht weg, und die wirklich interessanten Motive merke ich mir und suche sie später noch einmal auf; diesmal jedoch mit der passenden Ausrüstung.

Veröffentlicht am 16. Juli 2009

Stichworte:

3 Kommentare und Links

  1. DasMaddin

    17. Juli 2009

    Danke für den Tip mit dem Webstandards Magazin! :)

    M.

  2. Christian Schulze

    17. Juli 2009

    Bitte :) Für alle die jetzt nicht wissen, was DasMaddin meint. In einem Kommentar bei Kwerfeldein ging es um schlechte Fotografie-Magazine und ich erwähnte das Webstandards-Magazin, als Beispiel für eine self-made Fachzeitschrift.

  3. Andreas

    17. August 2009

    Ich dachte, ich bin der Einziger, der immer noch mit Schnappschusskamera fotografiert. :) Toller Artikel! Weiter so!

Artikel / Webseiten die auf diesen Beitrag verweisen

Schreibe einen Kommentar