Rund ums Fotografieren

Pierre VlÄŤek

Zwar rate ich dazu, überallhin eine Digitalkamera und ein wenig Zubehör mitzunehmen. Aber gleichzeitig bin ich der Meinung, dass es kein Ärgernis ist, wenn dieser Kram dann doch nicht zum Einsatz kommt oder gar die Aufnahmen misslingen.

Denn was nützt mir die Kamera tatsächlich, wenn sie doch kaum all die Sehenswürdigkeiten und Eindrücke genau so aufzeichnet, wie ich selbst sie mit allen Sinnen wahrnehme. Sie speichert nur Bildinformationen und ist manchmal nicht einmal dazu wirklich in der Lage.

Dresdner Fernsehturm und dazugehöriger Elbhang bei Nacht

Ein Beispiel: Während ich auf das Ende der nächtlichen Aufnahmereihe wartete, blinkte die rote Fernsehturm-Befeuerung. Es wehte kühler Wind und es huschten mindestens drei Sternschnuppen über den relativ sternklaren Nachthimmel. Ganz abgesehen davon fuhr ich vor und nach dieser Aufnahme mit Straßenbahn und Fahrrad quer durch Dresden und kam müde zuhause an.

Was ist von dieser Nacht geblieben? Ein Digitalfoto und ein dürftiger Reisebericht, vor allem aber meine Erinnerungen an die entspannte Radeltour. (Und daran, dass ich vor der nächsten Ausfahrt das Rücklicht reparieren muss.)

Ein anderes Mal hätte es die PassantInnen vielleicht reichlich blöd oder verdächtig gewirkt, dass ich mich für die alten Betonplatten des Fußwegs interessiere, wenn ich keine Kamera umhängen gehabt hätte.

Eine Gehwegplatten-Raute

Das Spannendste an diesem Zeitvertreib ist wohl die Frage, ob ich mir den fotogenen Gehsteig auch ohne meine Alibi-DSLR so genau angeschaut hätte. – Was war wohl zuerst da: Fotoapparat oder Fotomotiv?

Veröffentlicht am 24. April 2009

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