Das iPad – viele Möglichkeiten für Fotografen

Christian Schulze

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Apple hat das von Gerüchten prophezeite Tablet veröffentlicht, das iPad. Seitdem sind wilde Diskussionen losgebrochen über den Sinn oder Unsinn eines solchen Tablet-PCs. Hier erfährst du welchen Nutzen das iPad für dich als Fotografen haben kann.

Was kann das iPad?

Überall kann man lesen, dass es sich bei dem iPad lediglich um ein großes iPhone handle. Ich bin da ganz anderer Meinung. Sicher sieht es erstmal aus wie ein zu groß geratenes iPhone aber genau die Größe eröffnet viele Möglichkeiten die ein kleiner Bildschirm nicht bieten kann. Enttäuscht bin ich nur über die fehlende Möglichkeit Speicherkarten zu nutzen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das Betriebssystem, was eben kein Mac OS-X sondern ein iPhone OS ist. So ist man auf Apps angewiesen und kann nicht jedes beliebige Computerprogramm installieren. In meinen Augen ist das eine konsequente Entscheidung von Apple. Das iPad ist eine völlig neue Art von Computer und punktet mit einfacher Bedienung. Ich persönlich möchte nicht auf kleine Dialogboxen oder gar eine Taskleiste (wie bei dem HP Slate PC mit Windows 7) tippen müssen, sondern so schnell und einfach wie möglich meine digitalen Daten nutzen.

iPad für Fotografen – viele Möglichkeiten

Mobile Fotopräsentation beim Kunden

Das iPad ist DAS ideale Gerät für Fotopräsentationen, egal ob in der Familie oder beim Kunden. Sicher, einige Spotten es währe nur ein teurer digitaler Bilderrahmen. Ich bin mir aber sicher das sich das “Fotos-in-den-Händen-halten” als sinnliches Erlebnis durchsetzt.

iPad Fotos

Das iPad zeigt Fotos

Bildbearbeitung auf dem Sofa

Schon jetzt gibt es eine Photoshop Version mit einigen Bearbeitungsfunktionen für das iPhone. Für das iPad werden mit Sicherheit viel mehr Fotobearbeitungs- und Manipulationsprogramme entwickelt. Was auf dem kleinen iPhone-Display noch Spielerei war, hat auf dem iPad enormes Potential.

Fotos direkt nach dem knipsen in Groß betrachten

Einige digitale Spiegelreflexkameras haben bereits heute eingebautes WLAN. Alternativ gibt es auch SD-Speicherkarten die ihren Inhalt per WLAN an andere Geräte senden können. Es ist dann möglich, eben geknippste Fotos kabellos auf das iPad zu übertragen und sofort anzuzeigen.

Zugriff auf Fotoarchiv zu Hause / im Netz

Beispiel: Du sitzt bei deiner Oma auf der Couch und Sie will unbedingt deine neuesten Familienfotos sehen. Du hast sie aber nicht dabei. Mit dem iPad 3G (eingebautes UMTS) kannst du auf deine Fotosammlung am Heimrechner zugreifen. Und das von jedem Ort, an dem du Mobilfunkempfang hast. Berufsfotografen können bei einem Kundentermin auf Ihre komplette Fotodatenbank zugreifen. Auch hier gilt: Was beim iPhone bereits möglich war, macht mit einem großen Bildschirm erst richtig Sinn. Jedenfalls wenn es um Fotos geht.

Inspiration und Information
Steve Jobs erwähnte bei der Apple Präsentation das es sich “einfach richtig anfühlt, das Internet in den Händen zu halten”. Du kannst mit dem iPad sehr bequem und intuitiv im Internet surfen. Fotoblogs, Flickr und andere Inspirationsquellen lassen sich so ohne Ablenkung und an jedem beliebigen Ort bequem ansehen. Du bist nicht mehr an den Computer oder Laptop gebunden und kannst sogar noch abends im Bett tolle Fotos im Internet durchzappen.

Der flache iPad

Der iPad ist nur etwas 1cm drick

Fotobücher über iBooks kaufen und lesen

Neben dem iPad hat Apple seinen neuen Büchershop iBooks vorgestellt. Dieser ermöglicht es dir überall, wo du eine Funkverbindung hast, Bücher zu kaufen. Diese kannst du dann bequem auf dem iPad lesen und durchsuchen. Extrembeispiel: Du stehst im Wald und möchtest tolle Fotos knippsen. Dir fällt aber auf das du absolut keine Motivideen hast. Du könntest dir jetzt vor Ort ein passendes Fotobuch bei iBooks kaufen und nach wenigen Sekunden lesen. Das Beispiel ist etwas überspitzt, aber prinzipiell ist es möglich. Deine Fotobücher und oder Kamerahandbücher hast du nun immer dabei.

Zusammenfassung

Das Apple iPad ist das ideale Anzeigegerät für Fotos. Anders als einen Laptop kannst du deine Fotos am Tisch weiterreichen und jemanden in die Hand drücken. Du kannst Fotos auf dem Sofa nachbearbeiten ohne dich am PC in komplizierte Spezialsoftware einzuarbeiten. Multitouch könnte zudem ein tolle neue Dimension der Bedienung und Bearbeitung ermöglichen.

Viele Apps zum Thema Bilder- und Fotobearbeitung werden in kurzer Zeit erscheinen. Denn schließlich sind die Apps, die schon das iPhone so erfolgreich gemacht haben, die auch dieses Gerät beflügeln werden. Für Hobbyfotografen bis hin zum professionellen Fotografen könnte das iPad durchaus ein nützliches Gerät werden.

Wie schon Peer von Selbstständig im Netz bemerkte, kann das iPad einen klassischen Bildchirmarbeitsplatz nicht ersetzen. Soll es aber auch gar nicht. Die Fotografie ist in meinen Augen eine tolle Nische für das iPad und für die vielen Tablet-PCs die jetzt noch folgen werden. Es hat das Potential neben den bisherigen Zubehör Klassikern ein sinnvoller Begleiter für Fotografen zu werden.

Ich sehe natürlich auch die Mängel an diesem Gerät, bin aber überwiegend begeistert von den vielen Anwendungsmöglichkeiten die es hat und noch haben wird.

iPad USB + SD Adapter

USB- und SD-Adapter für iPad

[Update am 02.02.2010]

Am iPad Dock liegt grundsätzlich USB an, nur der Anschluss fehlt. Dafür gibt es spezielle Adapter von Apple. Einer mit USB-Anschluss für Digitalkameras und ein Weiterer für SD-Karten. Die Bildübertragung zum Gerät sollte damit kein Problem sein. Den SD-Karten Adapter finde ich am idealsten, vorrausgesetzt man hat keine CompaktFlash Kamera.

Was ist deine Meinung zum iPad? Könntest du es für deine Fotografien gebrauchen? Schreib doch einen Kommentar.

Veröffentlicht am 30. Januar 2010

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7 Kommentare und Links

  1. Tobse

    30. Januar 2010

    Sicherlich eine gute Sache für Fotografen, allerdings wäre es praktischer wenn man Bilder direkt von der DigiCam auf das iPad übertragen kann.

    Daher bin ich doch auf die hier angesprochene Möglichkeit “Fotos direkt nach dem knipsen in Groß betrachten” gespannt. Die Funktion habe ich beim iPodTouch noch nicht gefunden :)

  2. Daniel

    31. Januar 2010

    Ich bin sicher kein Apple-Nerd und auch definitiv nicht bereit, deren verlangte Preise zu bezahlen, (wobei sie im PC Segmet immer realisitscher werden, was die Preisschilder an den MACs betrifft) aber als HighTec Fotomappe stelle ich mir das IPad (sofern es die Auflösung her gibt) sehr gut vor.
    Schade nur, das es (meinen Wissenstand nach) Apple wieder mal nicht geschafft hat, eine kleinen Schacht für Speicherkarten einzubauen. Denn dann hätte man auch eine gute Kontrolle der Bilder on Location (wenn kein Laptop mit dabei ist)

  3. Stefan

    31. Januar 2010

    Bildschirmtastatur ist ohne Haptik ein Grauen. Als Fernbedienung (via WLAN) für eine DSLR zu gross. Ein Buch hat mehr Feeling beim Umblättern und Seitenfalzen. Wenn das IPad wenigstens ausreichend Schnittstellen hätte…
    Mal sehen, lustig wirds bestimmt, das mal anzutesten, aber alles “toll” wie hier ständig zu lesen halte ich für übertrieben. Da ist beim Autoren wohl die Vorfreude durchgegangen…
    nix für ungut.

  4. Christian Schulze

    2. Februar 2010

    @Tobse

    Ich habe nachgesehen und auf der Apple Webseite spezielle USB-Adapter für Kameras und sogar einen SD-Karten Adapter gefunden. Diese werden direkt in’s iPod Dock gesteckt. Der direkten Bildübertragung steht also Nichts im Weg. Oben im Artikel findest du jetzt auch ein Bild der Adapter.

    @Daniel

    Auch hier verweise ich auf die USB- und SD-Adapter. Zum Thema Bildpräsentation: Schon jetzt kündigen viele Softwareschmieden an, ihre Programme speziell für’s iPad zu entwickeln. Da werden noch einige Knaller-Apps für Fotografen rauskommen.

    @Stefan

    Sicher kann so ein Stück kalte Technik kein Buch ersetzen. Wenn ich jedoch mehr als ein gutes Fotobuch habe, kann und will ich diese nicht immer mitschleppen. Auf dem iPad kannst du dagegen hunderte Bücher dabei haben und unterwegs immer genau auf das zugreifen, was du gerade benötigst. Bei Fachbüchern ist ja auch die Information im Vordergrund, das Feeling demnach nicht vordergründlich wichtig.

    Und ja, wie du richtig bemerkt hast, geht bei mir die Vorfreude durch. Ich habe diesen Artikel geschrieben um ein bisschen an den neuen Möglichkeiten zu kratzen und das schlummernde Potential im iPad zu beleuchten. Ob das Gerät den Realitätstest übersteht, kann ich auch noch nicht sagen.

  5. Sebastian

    27. März 2010

    Hey,

    eine nette Zusammenstellen ist Dir hier gelungen! Ich habe mich auch schon mal damit befasst und möchte in meinem Outdoor-Fotografie-Blog in Kürze ebenfalls einen Artikel dazu verfassen.

    Bester Gruß,
    Sebastian

  6. weit-winkliger

    5. Juni 2010

    Mensch, wie viel Provision gab´s denn für den Artikel? ;-)

    Ich kann mich irgendwie nicht so sehr für Apple begeistern. Das Design haben sie jedoch sicher auf ihrer Seite.

    Aber so wie das iPad hier angepriesen wird…

    Mobile Fotopräsentation beim Kunden:
    Sollte man das nicht vielleicht direkt mit echten Fotos machen? Also gedruckt? Hat der Kunde kein Internet, um ihm das Portfolio online zeigen zu können?

    Fotos direkt nach dem knipsen in Groß betrachten:
    Hab´s zwar noch nicht probiert, aber eine RAW Datei aus meiner 5DII hat ca. 22MB. Die über WLAN zu schicken… Dann doch lieber in klein.

    Bildbearbeitung auf dem Sofa:
    Ein Scherz, oder?
    Das Ganze noch mit dem Finger? Weiß ja nicht, wie eure Hände aussehen, aber meine Fingerspitze ist nicht mit meinem Grafiktablett zu vergleichen. Zum lustigen rummalen ist das vielleicht ok, aber nicht für feine Retusche…

    Zugriff auf Fotoarchiv zu Hause / im Netz:
    Per UMTS? Also manche PSD Dateien haben ~1GB. Wie soll das gehen? Auch größere JPGs sind bei 6-12 MB dabei?
    Sorry, aber da wird die Oma lange warten müssen…

    Fotobücher über iBooks kaufen und lesen:
    Klar, kann man. Ich persönlich bin kein Freund davon, etwas am Monitor zu lesen. Schon gar kein eBook. Nennt mich altmodisch!

    Inspiration und Information:
    Ja, der Steve sagt viel, wenn der Tag lang ist… :)
    Wisst ihr, was auch inspiriert? Mal nicht im Internet zu sein und sich die Natur, Architektur und die Menschen um einen rum anzuschauen.

    Versteht mich bitte nicht falsch, ich will hier ja nicht alles schlecht reden. Aber mir ist schon bei den ersten Absätzen die Euphorie entgegen gesprungen!

    Das iPad ist sicherlich nicht schlecht. Leider fehlen im mindestens noch zwei USB Anschlüsse… Wenn nicht mehr!

  7. Christian Schulze

    6. Juni 2010

    @weit-winkliger

    In vielen Punkten muss ich dir recht geben. Allerdings habe ich auch nicht wirklich an professionelle Fotobearbeitung gedacht. Für private und hobbymäßige Fotodinge sehe ich aber noch immer die entspannte Bearbeitung mit dem iPad auf dem Sofa.

    Mittlerweile besitze ich ein solches Gerät und muss zugeben das vernünftige Programme (Apps) zum Fotomanagement und zur Fotobearbeitung noch fehlen. Es gibt gute Ansätze aber es ist noch lange nichts ausgereift. Nur ist es halt eine Frage der Software und somit nur eine Frage der Zeit.

    Und tatsächlich nutze ich das iPad schon jetzt beim Kunden und präsentiere meine Webdesign-Entwürfe oder zeige der Familie die neuesten Fotos. Früher musste ich immer einen Laptop rumschleppen. Denn tatsächlich hat nicht jeder gleich einen Internetanschluss parat. (Ich habe schon Webseiten für Kunden gemacht, die im Geschäft kein Internet hatten.)

    Bei tablet-guide.de habe ich über meine ersten Erfahrungen mit dem iPad geschrieben. Und die fallen überwiegend positiv aus.

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